Ligen – Launen – Lehm & Lodge

Ein Vorrundenrückblick von Michael Dangel

Spätestens seit letzten Sonntag ist jedem eingefleischten Fußballfan klar: Wenn das ansonsten ach so geliebte Kaltgetränk freiwillig gegen Punsch und Glühwein getauscht wird, Mutti‘s selbstgestrickter Wollschal den treuen, schon tausende Kilometer mitgereisten Fanschal eiskalt ersetzt, oder Dienstagstrainings mit der Begründung „Trainer, heute geht es nicht - meine Oma hat Geburtstag“ abgesagt werden, dann ist eines klar: Die Winterpause steht vor der Tür.

Doch nicht genug, denn zeichnet sich der gemeine Fan nicht nur dadurch aus, dass er Sonntag für Sonntag mit Wurst und Wissen bewaffnet am Seitenrand seinen Beitrag zum Besten gibt – nein, er beweist sich auch als schonungsloser Analytiker, verquickt Empirie mit Theorie und bastelt aus seiner Statistik den Trend. Dieser stellt per Definition eine konstante systematische Zu- oder Abnahme einer Zeitreihe dar und gibt Aufschluss über Veränderungen. So natürlich auch im Fußball. Besonders im Amateurfußball. Besonders zur Winterpause.

 

Betrachtet man den Trend der Kreisliga A, speziell unserer geliebten Elf, stellen wir eindeutig fest: Die konstante Zu- oder Abnahme der Zeitreihe ist eindeutig inkonstant. Um das mal in Fußballerfachsprache auszudrücken: Der SVN ist launisch wie das Frühlingswetter. Dabei ist erst einmal Herbst angesagt. Nach dem erfolgreichsten Teckbotenpokal in der Vereinsgeschichte, folgte ein Ligaalltag der einer Sinuskurve ähnelt. Einem Hoch (Sieg) folgte meistens ein Tief (Niederlage) und am Ende der Vorrunde steht die Mannschaft leistungsgerecht auf einem vorzeigbaren 7. Rang, mit guter Tendenz nach oben. Dabei sind starke Auftritte gegen Tabellenführer Oberboihingen und den selbsternannten Aufstiegskandidaten Harthausen wirklich hervorzuheben. Just auch der Auftritt im Derby gegen Dettingen, als die Mannschaft ihr ganzes Können abrufen konnte. Betrachtet man die Entwicklung des Teams nach der Vorrunde in den letzten Jahren drei Jahren (2017: 4 Punkte, 2018: 22 Punkte bei einem Spiel mehr, 2019: 23 Punkte) so ist dem Trainerteam zu gratulieren. Der Trend zeigt nach oben und die Mannschaft ist in der Kreisliga A etabliert. Unser Fazit: Weiter so!

 

Eine Etage tiefer in der Kreisliga B6 haben die Trainer Bjoern Renz und Georgios Triantafilidis die jüngste Naberner Mannschaft zu einer Einheit geformt, die pro Training an die 15 Spielern aufweist, eifrig, fleißig arbeitend. Zwar kann man auch hier einen Ligatrend ziehen, doch fiele dieser angesichts der Ergebnisse leider nicht ganz so gut aus, wie gewünscht. Dennoch muss man so ehrlich sein und anerkennen, dass die B6 so stark wie nie besetzt ist, und die Mannschaft auf die beiden Siege und deren 6 Punkten stolz sein darf. Die Laune ist gut. Die Laune bleibt gut -  ein Trend um den uns viele beneiden! Unser Fazit: Weiter so!

 

Eine Liga weiter scheint ein ganzes Rudel (Ex-)Naberner vorerst guter Laune zu sein. Haben sich mit Argient, Kevin, Mudrik, Passi und Dani gleich fünf „Naberner“ zu Ex-Coach Viktor Oster gesellt um die Mission Aufstieg in der Kreisliga B5 zusammen mit der Saurierelf anzugehen. Derzeit eine ordentliche Saison spielend befinden sich die Exil-Naberner auf einem guten dritten Platz, dicht dran an den vorderen beiden Plätzen. Wir drücken Ihnen selbstredend die Daumen !! Die Tür in Nabern steht den Jungs natürlich jederzeit für eine Rückkehr offen – (Wieder-)Einstandsfeste haben schon so manche Herbstlaune in fußballerische Frühlingsgefühle verwandelt.

 

Noch eine Liga weiter, nämlich in der Kreisliga B1 des westfälischen Fußballverbandes blickt man bei der DJK Arminia Bochum III ebenfalls auf eine durchwachsene Vorrunde aber einen dennoch vorzeigbaren 8. Tabellenplatz. Auch hier scheint das Launebarometer zig zag zu schlagen – wohl aber ob der Beschaffenheit westfälischer Fußballplätze. Warum wir das erwähnen? Weil auch hier ein "Naberner“, in persona Paddy Schulz, seiner liebsten Freizeitbeschäftigung frönt und neben der Masterarbeit sein ganzes fußballerisches Können bei der DJK Arminia einbringt. Nostalgiker sind sich dagegen sicher, dass Paddys Leidenschaft für Tennenplätze eigentlicher Grund für einen Wechsel war. Denn zwar ist sein Verein mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet, doch sind in Westfalen ligaweit noch Tennenplätze keine Seltenheit, was Paddy auf unser explizites Nachfragen sogar bestätigte. Ob ihn nun aber das Studium oder der Umbau der heimischen „Scholle“ ins 450 KM weit entfernte Bochum verschlagen hat, wissen wir nicht. Wir freuen uns aber schon auf die Rückrunde, für die Paddy bereits seine Rückkehr nach Nabern verlauten lassen hat.

 

Allerbester Laune fernab vom hiesigen Fußballgeschehen scheint indes der vor allem in der Jugend lange Zeit im Naberner Leibchen auflaufende Flo Mayer zu sein. Während sich sein ehemaliger Teamkollege Marci Geismann als SVN-Coach bei Novemberwetter Woche für Woche im Ligaalltag abrackert, lässt sich Flo erst mal auf einer drei Quadratkilometer großen Insel in Indonesien die Sonne auf den Bauch scheinen und macht nebenher den Tauchlehrerschein. Einen Fußballplatz nahe einer Schule sei bereits gesichtet. Fehlt nur noch die Einladung zum Wintertrainingslager. Wir sagen: Tiefenrausch und Krakenbiss! Und gerne mal wieder in Nabern auftauchen.

 

Moritz Berger rundete seine ganz persönliche Vorrunde fernab vom Fußballgeschehen mit der Leitung eines Projektes in Nepal ab, bei dem er zusammen mit einer gemeinnützigen Organisation und den Dorfbewohnern in dem vom Erdbeben gebeutelten Dorf Dhoksan ein Lodge-Hotel aufbaut. Dabei werden vor allem die dort vorhandenen Materialien verbaut und auf lokale Gepflogenheiten geachtet. So ist zum Beispiel ein großer Baubestandteil schwarzer Lehm aus einer nahe gelegenen Baugrube. Nach Fertigstellung soll das Lodge-Hotel der Dorfgemeinschaft übergeben werden und regelmäßig Einnahmen generieren. Vor allem aber soll das Projekt Ansporn für weitere Projekte in Eigeninitiative der Dorfbewohner sein. Dabei stellt das Projekt kein zwanghafter Eingriff in die Kultur der Nepalesen dar, Ziel ist vielmehr mit den dortigen Gegebenheiten eine Weiterentwicklung zu schaffen von denen alle profitieren. „Wir denken das Bestehende weiter“, so das Motto von Moritz Berger. Ein Motto, das auch dem SVN sehr gut steht, wie wir finden…..

 

Allen Zuschauern, Sponsoren, Fans und Spielern wünschen wir einen erholsamen Sonntag und viel Freude in der Rückrunde!!


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